Unterstützung annehmen – wie geht das?

Wir alle brauchen Unterstützung, von Menschen, Tieren, der Natur, der Erde und inneren Helfern. Ohne all das wären wir hier auf der Erde nicht lebensfähig.

Nimmst du gerne Unterstützung an? Oder bist du jemand, der gerne alles alleine managst?

In meinem Blogbeitrag geht es um eine tiefere Ebene der Unterstützung, da wo wir gelernt haben, wie es sich anfühlt, wenn wir ausreichend und liebevoll unterstützt werden.

Unterstützung annehmen ist ungewohnt

Warum nehmen wir zu wenig oder keine Unterstützung an?

Seit ich mich mit Traumaheilung beschäftige, stelle ich mehr und mehr fest, wir haben von Anfang an viel zu wenig Unterstützung erhalten. Der Halt, das Gefühl von Geborgenheit, die Wärme, das beschützt sein, es war einfach nicht oder viel zu wenig vorhanden.

Aus diesem nichts oder zu wenig Unterstützung entsteht ein, ich kann das alleine, ich brauche niemanden. Damals war niemand da, also ist heute auch niemand da.

Wenn wir hier auf der Erde landen, brauchen wir jemanden, der für uns sorgt, uns nährt und beschützt. Es ist ein Grundbedürfnis jedes Menschen, alleine könnten wir nicht überleben. Wenn wir nur mit dem Überlebenswichtigen versorgt werden, reicht das nicht. Wir benötigen viel mehr, sonst agieren wir immer aus einem Überlebensmodus heraus, das bedeutet, wir leben auf Sparflamme, von allem nur das allerwichtigste. In Bezug auf Unterstützung nur so viel, dass es gerade reicht.

Die Grundbausteine unseres Lebens werden in der Vorgeburt und den ersten Jahren gelegt. Erhalten wir ein stabiles, sicheres Fundament, gehen wir gestärkt und liebevoll genährt durch unser Leben. Ist das nicht der Fall, haben wir in vielen Bereichen Defizite, wir können zu Einzelkämpfern werden – wir kämpfen uns durch unser Leben. Wir sind es nicht gewohnt, dass es eine helfende Hand gibt, die für uns da ist. Die uns einfach und liebevoll unterstützt und hält. Wir erwarten von uns, dass wir alles wissen müssen, dass wir das schon alleine schaffen.

Bleiben wir in dieser riesigen Erwartungshaltung stecken, wird es schwer sein Unterstützung anzunehmen, das unterversorgte Baby wird immer wieder mit seinen Qualen durchblitzen. Erkennen wir diese Mechanismen in uns, erkennen, dass es nicht reicht sich nur für Unterstürzung zu öffnen, dann sind wir auf dem Weg der Heilung.

Heile deine alten traumatischen Erfahrungen

Früher habe ich auch gedacht, es reicht, wenn ich mich für Unterstürzung öffne. Ja, das trifft vielleicht für einen Erwachsenen zu, weil er es mit seinem Verstand versteht, ah, wenn ich die Türe öffne, dann kann Unterstützung hereinkommen. Doch wie ist es, wenn an dieser Türe alte Ängste, Trauer, Verlassenheit, Schmerz… stehen, all die traumatischen Erfahrungen aus der Kindheit? Die Türe wird sich nicht so einfach öffnen lassen, höchsten wir übergehen all diese schmerzhaften Erfahrungen, wir öffnen mit Gewalt die Tür und verletzen uns immer und immer wieder.

Heilung kann nur gemeinsam mit unseren inneren alten Erfahrungen, sprich unseren inneren Kindern geschehen. Ich weiß, das ist nicht so einfach, viel lieber möchten wir einfach unsere Türen öffnen, wir möchten die alten Erfahrungen nicht mehr wahrnehmen, sie nicht spüren, was auch total verständlich ist. Die gute Nachricht, wir müssen auch nicht mitten hinein in das alte Trauma gehen. Das wäre auch viel zu anstrengend, dazu kommt das wir noch weniger Lust hätten, uns den Traumen zuzuwenden.

Wir dürfen uns Zeit und Raum geben, mit unseren inneren Kindern in Kontakt zu kommen. Wir bleiben in unserer Mitte, nehmen uns immer wieder als Erwachsene im Jetzt wahr, spüren die jetzige Stabilität, aus diesem sicheren Raum heraus können wir uns langsam den kleinen Babys und inneren Kindern zuwenden. Immer nur so viel, wie gerade möglich ist. Manchmal haben wir ganz viel Kapazität, ein anderes Mal nur ein kleines bisschen. Mit der Zeit spürt das abgewendete innere Kind, ah, da ist jemand da, da gibt es ein Hauch von Unterstützung, da gibt es eine Hand, die mich hält, da gibt es einen Atem, der neben mir ist, da gibt es jemanden, der mich wahrnimmt, der einfach da ist, nur für mich.

In meinen Sitzungen finde ich es immer sehr berührend, wenn ein kleines inneres Baby auftaucht, seine Geschichte erzählt und sich vielleicht zum allerersten Mal wahrgenommen fühlt. Ein Baby kann noch nicht sprechen, es erzählt über seine Gefühle, das ist noch intensiver als die Sprache. Ja, da bekomme ich oft feuchte Augen.

Erkenne die wunderbaren Fügungen

Wenn es um Unterstützung annehmen geht, sollten wir beides, uns als Erwachsene und die Bedürfnisse unserer inneren Kinder einbeziehen. Lassen wir nur die inneren Babys und Kinder agieren, werden wir die Türen nie öffnen. Indem wir als Erwachsene im Jetzt lernen, die Verantwortung zu übernehmen, uns sachte und im angemessenen Rhythmus auf unsere inneren Kinder einlassen, spüren wir, wann und wo wir uns unterstützen lassen können.

Ich kann mich noch gut an Zeiten erinnern, wo ich lernte Unterstützung anzunehmen, wo ich spürte, jetzt schaffe ich das nicht mehr alleine, just in dem Augenblick wurde mir jemand gezeigt, der mir weiterhelfen konnte. Rückblickend würde ich sagen, das waren wunderbare Fügungen, die mein Leben veränderten. Ja, es war nicht immer einfach, doch letztendlich steht die wahre Heilung im Vordergrund, was bedeutet, wir werden mehr und mehr zu dem Wesen, das unendlich geliebt, versorgt und gehalten ist, all das, was wir als Menschen hier auf der Erde nicht alleine bewältigen können, dazu braucht es die allumfassende Liebe – ich nenne sie Gott und viele andere Helfer.

Herzliche Grüße

Marianne

P.S. Bist du gerade an einem Punkt, wo du spürst, du möchtest dich unterstützen lassen? Wunderbar, ich bin gerne für dich da. >>>Hier findest du alle Infos

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