Die Geschichte vom Hasen Samuel

Heute schreibe ich keinen Beitrag im herkömmlichen Sinne.

Es ist eine Geschichte vom kleinen Hasen Samuel aus der Familie Hoppel.

Ich möchte dir erzählen, wie diese Geschichte mich gefunden hat.

Als meine Kinder noch klein waren,(mittlerweile sind alle vier erwachsen und wohnen ganz verstreut in Deutschland) erzählte ich ihnen jeden Abend eine Gutenachtgeschichte.

Ich habe die Geschichten selbst erfunden. Es waren die Geschichten vom kleinen Hase der Familie Hoppel.

Wie es im Leben so ist, wird einiges weitergegeben. Auch meine Enkel bekommen die Geschichten vom Hoppelhase erzählt. Jedes Mal, wenn sie hier zu Besuch sind, möchten sie von mir ins Bett gebracht werden und die Geschichte hören.

Beim letzten Besuch, meinte meine Enkelin: “Ach Oma, schreib doch mal ein Buch über den Hasen. Du erfindest immer so schöne Geschichten, das erfreut bestimmt noch andere Kinder.”

Ein Buch werde ich (noch) nicht schreiben, aber es inspirierte mich, eine kleine Geschichte vom Hasen Samuel zu erzählen.

Samuel will auf die Erde

die erde

Es ist die Geschichte vom Hasen Samuel, der seine Zahl verloren hatte.

Wie alle Geschichten beginnt auch meine Geschichte mit:

Es war einmal ein kleiner Hase, der hieß Samuel. Er wohnte noch im Hasenhimmel und schaute immer ganz begeistert nach unten auf die Erde. Alles war so lebendig und lustig. Er spürte, wie es im Himmel langsam langweilig wurde. Er wollte etwas erleben, wollte auch so springen und hüpfen, wie die Hasenkinder auf der Erde.

Mit dem Entschluss Morgen auf die Erde zu gehen, ging er zu dem großen weisen Hasenengel. Der konnte ihm bestimmt helfen, der wusste immer alles. Wenn er eine Frage hatte wurde sie von ihm beantwortet.

Gedacht, getan, erzählte Samuel dem großen Hasenengel von seinem Wunsch. Der große Hasenengel lachte verschmitzt. “Ja, ja, sagte er, ich dachte mir schon, dass du eines Tages mit dieser Frage zu mir kommst. Nun ist es also so weit, du möchtest uns verlassen.”

“Aber weißt du, das geht nicht so schnell. Ich gehe jetzt mit dir zum großen Himmelstor, von dort führt eine Rutsche direkt auf die Erde.” Sie gingen zum Himmelstor, da standen viele Hasen, die alle zur Erde wollten. Jeder hatte eine Karte mit einer Zahl in der Hand.

Samuel fragte den großen Engel: “Was bedeuten die Karten?” Der große Hasenengel meinte: “Genau wegen dieser Karte kannst du nicht gleich auf die Erde. Zuerst musst du dir klar sein, welche Zahl du gerne mitnimmst auf die Erdenreise.”

Die Himmelsschule

die schule

“Du bist jetzt soweit, dass du in die Himmelsschule gehen darfst, dort lernst du alles über die Zahlen. Dort erfährst du auf eine liebevolle, leichte Weise, was du für die Erdenreise benötigst.”

“Wie lange dauert das? ” fragte Samuel. “Das kommt auf dich an, beginne einfach und alles andere wird sich ergeben.” Antwortete der große Hasenengel.

“Gut, Morgen gehe ich in die Himmelsschule” meinte Samuel. Und so geschah es, dass Samuel eine Menge über die Zahlen lernte.

Die Himmelsschule lehrt etwas über das Leben hier auf der Erde. Darüber, wie der kleine Samuel lernt, die Liebe zu fühlen, die Liebe für sich und alles andere. Er lernt, wie er seine mitgebrachten Gaben nutzen wird. Er lernt auf sich zu achten, damit er seine Bestimmung lebt.

Ja, was war denn seine Bestimmung?

Das war das letzte, was er lernte, bevor er die Reise auf die Erde antrat. Er durfte eine Karte mit seiner Zahl aussuchen. Stolz ging er mit seiner Karte zum großen Hasenengel.

Er schwenkte seine Karte und jauchzte: “Juhuuu jetzt ist es soweit, ich gehe auf die Erde.”

Der große Engel lächelte ihm zu und freute sich mit ihm. “Gut, dann begleite ich dich zur großen Rutsche.”

Am Himmelstor mussten sie noch etwas warten, da waren noch einige vor Samuel. Als er an die Reihe kam, nahm ihn der große Hasenengel noch einmal in seine Arme und drückte ihn zärtlich.

Die Reise beginnt

die reise

Dann begann das große Abenteuer für Samuel.

Er rutschte und rutschte, bis er auf der Erde ankam.

Doch, was erlebte er da, es war total dunkel und eng. So hatte er es sich nicht vorgestellt. Er wollte doch springen und hüpfen, seine Bestimmung leben. Dazu kam noch ein unerklärliches Pochen, bum bum bum. Wo war er nur gelandet?

Da fühlte er etwas warmes, das sein Herz berührte. Es kam von diesem Pochen, da wusste er, es ist alles gut. Er ist willkommen. Er erinnerte sich an die Himmelsschule, da hatte er gelernt, dass er hier auf der Erde Eltern haben wird, die für ihn sorgen und ihn lieben.

Das war also seine Mutter. Aus der Ferne hörte er ihre Stimme, auch eine tiefe männliche Stimme vernahm er, das war sein Vater. Schon verflog seine Angst.

Samuel gewöhnte sich langsam an das Pochen des Herzens und an die neue Umgebung. Er fühlte sich wohl und aufgehoben.

Bis zu dem Tag, als es wie eine Sturmflut über ihn kam, es tobte und wackelte, er wurde nach unten gezogen und schwupps war alles anders.

Überall war Licht, Kälte, zwei Hände, die ihn hielten. Das gewohnte Pochen war weg. Angst durchzog ihn.

In weiter Ferne erinnerte er sich daran, dass er hier auf der Erde einen Körper bekommt. Er spürte seinen Körper, doch er war ihm so fremd. Erst als ihn seine Mutter in ihre Arme nahm wurde es besser, er hörte wieder ihr Herz pochen und er schlief müde, aber zufrieden ein.

So wuchs der kleine Hase Samuel in der Familie Hoppel mit zwei größeren Geschwister auf. Langsam verblasste alles was er in der Himmelsschule gelernt hatte. Er vergaß sogar seine Karte mit der Zahl.

Er kam in den Kindergarten, in die Schule, machte das Abitur. Begann ein Studium. Sein Vater wusste genau, was für Samuel richtig war. Er sollte es mal besser haben, wie er. Er sollte studieren und wenn es ging auch noch den Doktortitel erhalten.

Samuel spürte mehr und mehr die Traurigkeit. Je mehr er lernte, umso einsamer wurde er. Wo war die Begeisterung, die Freude, die er als Kind in sich spürte. Wo war der fröhliche Samuel geblieben?

Samuel erinnert sich

die vision

Eines Tages suchte er ein Buch in der Bibliothek. Er entdeckte ein Buch über Zahlen. Die Zahlen sprangen ihm entgegen. Er nahm es mit, verschlang es an einem Tag. Etwas in ihm wurde lebendig.

In dieser Nacht träumte er von seiner Karte mit seiner Zahl. Am Morgen kam eine schwache Erinnerung. Er nahm das Buch zur Hand, suchte seine Zahl. Sein Herz begann stark zu klopfen. Das was er über seine Zahl las, berührte ihn tief.

Konnte es sein, dass der Traum ihn an etwas erinnern wollte? Mit jedem Tag spürte Samuel, dass es da etwas in ihm gab, das einen anderen Weg gehen wollte.

Er wollte nicht jeden Tag im Zimmer hocken, Bücher lesen, lernen. Nein, er wollte raus in die Welt, wollte hüpfen, springen, die Welt erkunden. Die Erinnerung kam mehr und mehr zurück. Seine Bestimmung klopfte jeden Tag etwas stärker an seine Tür.

Die Stimme seiner Bestimmung wurde immer lauter, Samuel konnte nicht mehr weghören. Er konnte sich nicht mehr konzentrieren. Er hatte keine Lust mehr zu lernen. Alles was bisher sein Leben bestimmte, veränderte sich.

Die Erinnerung an die Himmelsschule holte ihn ein. Wie konnte er das nur vergessen! Nun wusste er, dass es einen neuen Weg gab, einen Weg, den er sich schon lange zuvor ausgesucht hatte.

Jetzt lag es an ihm, diesen Weg seiner Bestimmung zu gehen. Das alles, was er in der Himmelsschule gelernt hatte, wollte er hier auf der Erde ausprobieren. Deshalb wollte er doch auch die Erde. Das war sein größter Wunsch, als er voller Freude durch das Himmelstor schritt.

Er wollte die wunderbaren Geschenke, die er mit der Zahl mitgebracht hat, hier auf der Erde sichtbar machen. Das war die Vision seiner Erdenreise – nichts anderes.

Als Samuel dies erkannt hatte, spürte er, wie es still wurde in ihm. Eine große Erleichterung breitete sich ihn ihm aus. Er fühlte die Wärme, die Liebe seiner Seele. Er fühlte die Verbundenheit zum großen Hasenengel, der ihm verschmitzt zuzwinkerte.

Jetzt konnte das Abenteuer Erde beginnen – jetzt war der Hase Samuel auf dem richtigen Pfad.

viel glück

Samuel wünscht dir viel Glück für deine Erdenreise. Vielleicht begegnest du ihm einmal. ;-)

Noch einige Bemerkungen von mir – Marianne

Beim entstehen dieser Geschichte hatte ich eine Menge Spaß. Mal sehen, vielleicht gibt es eine Fortsetzung. ;-)

Für meine Enkel gibt es auf jeden Fall noch viele Geschichten vom Hoppelhase.

Alles Liebe

Marianne

4 Kommentare

  1. Liebe Marianne, wunderschön deine Geschichte :-) Danke fürs teilen. Schön das ich dich kenne. Liebe Grüsse, Manuela

  2. Liebe Marianne die Geschichte ist sehr schön irgendwie kommt mir das be kannt vor wie im Leben von uns Menschen .ich darf meine Zahlen auch neu kennenlernen und sie begeistern mich immer wieder aufs Neue was ich alles dazulerne . Liebe Grüsse Elfi

    • Marianne Hauser

      Liebe Manuela,

      schön, dass dir die Geschichte gefällt, ich freue mich immer von dir hier zu lesen.

      Alles Liebe
      Marianne

    • Marianne Hauser

      Liebe Elfi,

      da hast du vollkommen recht, mir geht es auch immer so, wenn ich Geschichten von Tieren höre oder lese. Wir alle sind mit einander verwoben.

      Das freut mich, dass du von der Numerologie begeistert bist. Die Zahlen laden uns ein, uns immer wieder neu zu entdecken – es hört nie auf.

      Alles Liebe dir
      Marianne

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