Zeit zum entrümpeln – klar und liebevoll

Jeder von uns möchte in einem angenehmen Umfeld, sprich Wohnung oder Haus wohnen. Dazu gehört das regelmäßige ausmisten und entrümpeln. Nur so entsteht Klarheit und Raum für das Neue.

Wie können wir liebevoll und klar das Alte ziehen lassen – uns den nötigen Raum zum entrümpeln geben?

Heute möchte ich dir erzählen, wie ich mit der momentanen Aufforderung umgehe, Neues in mein Leben zu lassen. Was es braucht, damit das Neue seinen Raum erhält.

Es führt kein Weg daran vorbei…

Entrümpeln und aufräumen gehören nicht gerade zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Doch es führt kein Weg daran vorbei, es kommt der Moment, wo ich spüre, jetzt ist der richtige Zeitpunkt. Jetzt, wo es draußen kälter wird, wo der Garten für den Winter vorbereitet ist,  zieht es uns wieder mehr nach Innen. Mehr in unsere Häuser und Wohnungen und gleichzeitig auch mehr in unser Inneres. Wir haben mehr Zeit für uns und unsere Bedürfnisse.

Der Herbst und Winter lädt uns zum Rückzug ein. So wie die Natur ihre Kräfte zurück zieht, die Blätter fallen, die Bäume werden kahl, alle Kraft zieht sich in die Wurzeln zurück. So werden auch wir eingeladen, uns zu besinnen, uns zurück zu nehmen. Wir sind eingeladen zu überprüfen, was wir in diesen Rückzug mitnehmen. Auch wir dürfen unsere Blätter fallen lassen, wir dürfen prüfen, was wir noch brauchen, was wir gerne entrümpeln möchten.

Bestimmt kennst du das, du spürst in allen Ecken liegen Sachen, die du nicht mehr brauchst. Die Schränke sind vollgestopft, dir begegnen Dinge, die schon viele Jahre unbenutzt vor sich hin fristen.

Meistens stört es uns nicht, bis wir dieses innere Kribbeln fühlen, dieses, jetzt ist Zeit, jetzt möchte sich etwas verändern. Jetzt sollte mehr Ordnung, mehr Klarheit in deine Wohnung, in dein Leben kommen.

Das Neue benötigt Raum

Bei mir hat dieses Gefühl von aufräumen die letzten Wochen schon kräftig angeklopft. Zuerst habe ich in meinem Inneren gespürt, dass sich einiges verändern möchte. Nur was, das ist die große Frage, ich habe keine Ahnung. In solchen Phasen des inneren Umbruchs brauchen wir noch gar nicht zu wissen, was Neues auf uns zukommt. Es reicht, diesem Gefühl Raum zu geben. Ich weiß, wenn ich das so schreibe, ist es ziemlich herausfordernd. Auch ich bin von Natur aus ein sehr neugieriger Mensch ;-) Doch mit den Jahren lerne ich immer mehr, mich auf das einzulassen, was gerade ist. Mich nicht dagegen zu stemmen, nicht kämpfen oder in das Nichtstun zu verfallen. Ich gebe diesem Neuen einen Raum.

Danach folgt der nächste Akt, die Aufräum- und Entrümpelungsphase zieht bei mir ein. Das ist mitunter ziemlich anstrengend, auch körperlich. Unser Haus hilft mir da kräftig mit. Oft beginnt es an einer Ecke, etwas geht kaputt, mag es die Spülmaschine sein. Damit verbunden, ist die alte zu entsorgen, eine zu neue bestellen. Damit verbunden, putzen und wenn man schon dran ist, entdeckt man, dass es überhaupt wieder mal Zeit wäre die gesamte Küche auszumisten.

Weiter geht es mit einem defekten Wasseranschluss im Bad, ah, alles muss abgebaut werden, in diesem Zusammenhang sollte das gesamte Bad geputzt werden.

Auch im Büro mit seinen gefühlten tausend Ordnern schreit nach ausmisten und aufräumen.

Ach ich könnte noch eine ganze Reihe von Geschichten erzählen, die sich bei uns gerade abspielen.

Ich muss gerade schmunzeln, wenn ich das hier beschreibe. Es fühlt sich so herrlich alt und gleichzeitig neu an. Es sind diese beiden Energien, die sich gerade treffen. Das Neue braucht seinen Raum und das Alte möchte bewegt werden. Wenn wir in etwas Bewegung hineinbringen kann es sich verwandeln, es taucht eine wunderbare Lebendigkeit auf. Diese Lebendigkeit bringt Frische und Freude mit.

Lerne langsam zu machen

Was ich gerade noch mehr lerne, es darf Zeit haben. Ich muss nicht alles an einem Tag schaffen. Die Herbst und Winterzeit dauert einige Monate, da gibt es genügend Zeit zum entrümpeln, zum verwandeln und loslassen.

Auch hier schiele ich immer wieder durch mein Fenster oder entdecke bei Spaziergängen wie die Natur damit umgeht. Jedes Jahr aufs Neue geht sie durch die Jahreszeiten, jedes Jahr erlaubt sie sich loszulassen, damit im nächsten Frühjahr aus dem Dunkeln wieder etwas Neues wachsen und reifen kann.

Ich orientiere mich gerne nach den Jahreszeiten und finde es total schön hier im Schwarzwald alles so hautnah mitzubekommen. Die Natur lässt sich Zeit, die Blätter fallen nicht an einem Tag, es braucht einige Wochen, bis die Bäume kahl sind.

Auch ich lerne mehr und mehr, wie sich diese Langsamkeit wohlig anfühlt. Mir wird immer mehr bewusst, wie anstrengend es war diesem allgemeinen Mainstream zu folgen. Nur wer schnell ist, wird erfolgreich, nur wer zack zack macht erreicht etwas. Wenn du schnell arbeitest, hast du mehr Zeit für deine Hobbies, für deine Freizeit. Ich kenne das super gut nur das passt für mich nicht mehr.

Ich möchte langsamer werden, möchte jeden Augenblick genießen können, nicht nur die Freizeit. Auch das aufräumen, das entrümpeln soll mir ein bisschen Freude bereiten. Ich bin noch dran, es klappt noch nicht so ganz ;-) Ich habe immer noch viele alte Formen von Herangehensweisen in mir. Ich spüre das, wenn ich wieder in dieses Machen verfalle, wenn ich total genervt alles in die Ecke schmeiße.

Wir werden nicht über Nacht ein anderer Mensch, wir dürfen uns und unserer Entwicklung Zeit lassen. Entdecken, dass die kleinen Schritte viel liebevoller für uns und besonders auch für unseren Körper sind. Wie oft überfordern wir unseren Körper mit diesem zu viel und zu schnell. Die langsamen Schritte sind gehaltvoll und stärken uns. Es ist die Nahrung für das Neue, das sich entwickelt und formt.

Nun bin ich gespannt, was mich diesen Herbst und Winter noch alles erwartet. Wo ich aufgefordert werde zu entrümpeln, in welchen Ecken es mich hinzieht zum aufräumen, was ich alles loslassen darf.

Öffne dich für das Abenteuer

Es ist auf jeden Fall total spannend, wie ein Abenteuer, das uns immer wieder aufs neue einlädt. Können wir auf ganz natürliche Weise mitgehen, können wir dem Ruf des Neuen folgen, sind wir bereit unseren Hintern hoch zu bekommen, um unsere inneren und auch äußeren Ecken auszumisten? Wenn ja, dann dürfen wir eine neue Herangehensweise lernen, nicht mehr auf die harte, schnelle Art uns und unseren Körper zu überfordern. Wir dürfen entdecken, es geht auf eine neue liebevolle Weise. Wir dürfen unseren liebevollen angenehmen Rhythmus wählen.

Wie geht es dir mit dem herbstlichen Rückzug? Hast du auch das Bedürfnis zu entrümpeln, auszumisten und eine neue Ordnung in dein Reich einziehen zu lassen? Gerne kannst du unten in einem Kommentar über deine Erfahrungen schreiben. Ich freue mich von dir zu lesen.

Herzliche Grüße

Marianne

 

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