Unglückliche Situationen mit gutem Ausgang – erkenne deine Chance

Gibt es schlechte Situationen? Gibt es Situationen, die uns schwächen oder möchten sie uns auf unsere Stärke hinweisen? Möchten besondere Begebenheiten uns nur daran erinnern, dass wir mehr sind als unser Verstand uns weiß macht?

Dario Reis hat mich zu seiner Blogparade eingeladen. Das Thema ist: Schlechte Situation mit gutem Ausgang.

Da mache ich gerne mit. Als ich das Thema las, fiel mir auf Anhieb eine Menge an Situationen ein. Am Anfang oder wenn wir mittendrin stecken in einer Situation, kann es sich sehr unangenehm, es kann sich total schlecht anfühlen. Wir möchten am Liebsten nichts wie weg, raus aus dem Geschehen.

Bestimmt kennst du das auch. Das Leben legt uns etwas vor unsere Füsse, was wir uns so ganz anders vorgestellt haben. Es passt so gar nicht zu unserem Lebensentwurf.

Meine Geschichte

Als ich vor fast 30 Jahren zu meinem Erwachen geführt wurde, kam irgendwann der Wunsch in mir auf, Seminare zu geben. Es war wie ein zarter sanfter Windhauch, der mich berührte. Dieser Wunsch legte sich wie ein kleiner Samen in mein Herz.

Der Wunsch war da, doch wie sollte das gehen? Mein Verstand konnte sich das überhaupt nicht vorstellen. Er kreierte die unmöglichsten Szenarien. Doch tief in mir wuchs der Samen über viele Jahre. Ich wusste nicht, wie sich das irgendwann mal erfüllen sollte.

Doch wie das Leben so spielt, dieser Wunsch wurde mir erfüllt, als ich es am wenigsten erwartete. Ich wurde sprichwörtlich ins kalte Wasser geschmissen. Es war sogar eiskalt.

Ich besuchte damals eine Schule in der Schweiz, absolvierte einige Seminare im energetischen Heilen. Der Schulleiter kam auf mich zu und fragte mich, ob ich ein Seminar für ihn übernehmen wollte, er konnte zu dem Zeitpunkt nicht. Oh meine Güte, Angst und Freude wechselten sich in mir ab.

Freude, dass es nun schon so weit war, ich durfte ein Seminar leiten. Totale Angst, dass ich das nicht konnte. Alle Register wurden gezogen: ich habe noch keine Erfahrung, ich versage, ich halte nicht das ganze Wochenende durch… So viel kam zum Vorschein, was mich davon abhalten wollte.

Tief in mir spürte ich ein Ja. Jetzt war der Zeitpunkt da Seminare zu leiten. Auch wenn der Zeitpunkt nicht gerade passend war. Ich hätte es mir eleganter vorgestellt.

Das Wochenende nahte und ich fuhr mit riesigem Herzklopfen zum Seminar. Es war eine relativ große Gruppe für mich als Anfängerin. Mein Empfang war nicht gerade herzlich. Die Gruppe wollte nicht mich, sondern den gewohnten Seminarleiter. Zu meiner Aufregung kam noch diese ablehnende Gruppenenergie.

Was soll ich sagen, es war ein furchtbares Seminar. Ich spürte die ablehnenden Haltungen der Teilnehmer. Sie zeigten es mir mit jeder Geste. Es gab schon einige, die mir herzlich begegneten, doch die andere Seite der Gruppe überwiegte und ließ es mich kräftig spüren. Ich war falsch am Platz.

So gut es für mich möglich war zog ich diese beiden Tage durch. Nach dem ersten Tag wollte ich am Liebsten weg – nicht mehr hingehen. Doch wieder spürte ich in mir eine Kraft, die mich aufforderte weiter zu machen. Aufgeben war nicht angesagt. Ich wollte dieses Seminar geben mit all seinen Hindernissen.

Mir kam es vor, als ob ich in ein tosendes Meer hineingeworfen wurde. Es lag an mir, ob ich untergehe oder mit all meiner Kraft durchhalte. Ich habe es geschafft, habe schwimmen gelernt im tosenden Meer, habe gelernt mit den Sturmfluten umzugehen, wie ein Fels in der Brandung.

Bei all dem Schweren vergaß ich nie, dass ich begleitet wurde, meine Seele, meine Engel waren in jeder Sekunde bei mir. Sie unterstützten mich, sie hielten meine Hand, sie standen hinter mir. Immer dann, wenn ich aufgeben wollte, berührten sie mein Herz. Sie gaben mir den Mut, die Hingabe und das Mitgefühl.

das geschenk

Fazit – das Geschenk erkennen

Jetzt viele Jahre später kann ich mit einem Lächeln zurück blicken. Ich kann das Geschenk in diesem Erlebnis erkennen. Geschenke verstecken sich manchmal in der hintersten Ecke. Sie sind nicht gleich erkennbar.

Hätte ich damals aufgegeben, hätte ich meinem Verstand gefolgt, der meinte das war mein erstes und letztes Seminar, wie schade. Ich hätte all die Seminare die folgten nie erlebt, hätte die wunderbaren Menschen nicht getroffen.

Alle Seminare, die nachfolgten waren ganz wunderbar. Ich habe nie wieder solch eine Erfahrung gemacht. Klar gab es immer wieder Herausforderungen, doch kein Vergleich zu diesem ersten Seminar.

In mir erwuchs eine Kraft, die mir mitteilte, wenn ich dieses Seminar überlebt habe, was kann da noch schlimmeres kommen. Ich hatte die Kraft es zu geben, dann beginne ich jetzt mit Seminaren. Wusste wieder nicht wie das gehen sollte. Schon kam mir das Leben wieder zur Hilfe ich konnte für einige Jahre in einer Heilpraktikerschule Seminare leiten.

Danach war ich gereift meine eigenen Seminare anzubieten. Rückblickend war es ein sehr unglücklicher Start mit einem wundervollen kraftvollen Ausgang.

Mein Wunsch ging in Erfüllung

Der Anfang war getan, Seminare leiten gehörte ab diesem Zeitpunkt zu meinem Leben – der Same ist nach langer Zeit aufgegangen und erblüht immer mehr. Eine Gruppe zu leiten und Energien zu bewegen ist ein so wunderbares Geschenk. Es erfüllt mich mit großer Dankbarkeit. Ich bin so dankbar für diese Erfahrung, wenn sie auch nicht gerade prickelnd war.

Gerade in solchen Erfahrungen, die aus dem Nichts auftauchen, die sich zu Beginn furchtbar anfühlen, steckt so viel Liebe. Eine Liebe, die uns auffordert mehr in unser Größe zu wachsen. Mehr von uns und unseren Potenzialen kennen zu lernen.

Es ist ein Anstupsen weiter zu gehen. Unsere Wünsche möchten gelebt werden. Wenn wir den Zeitpunkt verpassen, fährt der Zug weiter. Er nimmt einen Teil unserer Bestimmung mit. Es liegt immer an uns einzusteigen. Wir bekommen genau die Gelegenheiten, die für uns passend sind.

Da, wo die größte Angst wohnt, hat sich unsere Stärke versteckt. Die Liebe hat viele Gesichter, sie möchte immer nur das Beste für dich, für mich. Wenn wir die Chancen in den Herausforderungen erkennen, laden wir unsere Träume und Visionen ein. Sie können sich nach und nach verwirklichen.

heilung geschieht

Heilung will geschehen

Natürlich hinterlassen solche Erfahrungen auch ihre Spuren. Sie kratzen ganz schön am Selbstwertgefühl. Manchmal hinterlassen sie auch Narben. Sie erinnern uns an Anteile in uns, an innere Kinder, die unsere Aufmerksamkeit brauchen. Die schon länger darauf warten von uns gefühlt zu werden.

Genau mit dieser herausfordernden Situation können wir sie bemerken. Können fühlen, da möchte gleichzeitig noch etwas heilen. Bei mir war es der Selbstwert. Es mir wert zu sein Seminare zu leiten. Mir diesen Wunsch zu erfüllen, zu dem was mir so viel Freude bereitet, ja zu sagen. Meine Bestimmung leben zu dürfen. Genau an diesem Punkt wollte Heilung geschehen.

Ich brauchte einige Zeit um das zu erkennen und genauso lange, um diese Wunden heilen zu lassen. Mit jedem Seminar heilte ein bisschen mehr. Es ist so wunderbar, dass ich als Seminarleiterin noch nicht durch bin, auch bei mir gibt es immer noch genügend Bedarf an Heilung.

So gehen wir alle Schritt für Schritt weiter in ein erfülltes Leben, entwickeln uns in das was wir wirklich sind – in wunderschöne lichterfüllte Wesen.

Du bist eingeladen…

Kennst du auch solche Situationen? Gerne kannst du in einem Kommentar über deine Erfahrungen schreiben. Ich freue mich immer von dir zu lesen.

Herzliche Grüße

Marianne

 

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2 Kommentare

  1. Angelika

    DANKE DANKE DANKE für diesen Artikel. Ich befinde mich momentan in einer Situation – einem Kurs – in dem die anderen Teilnehmer alle meine wunde Punkte treffen und ich trotzdem weitergehe. Dieser Artikel von dir hat mich darin bestärkt, dran zu bleiben, nicht aufzugeben und weitere Heilung geschehen zu lassen 🙂

    • Marianne Hauser

      Liebe Angelika,

      das freut mich, dass dich mein Artikel ermuntert und inspiriert. Ja bleib dran, mach weiter, lasse dich nicht von deinem Weg ablenken. In allem ist ein Quäntchen Heilung enthalten.

      Alles Liebe dir!
      Marianne

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