Liebevolle, klare Grenzen – brauchen wir sie?

Heute schreibe ich draußen meinen Blogbeitrag, mein Blick schweift immer wieder weg von meinem Laptop. Sicherheit, Grenzen, ja das ist auch ein Thema für mich. Wenn ich meinen Blick schweifen lasse, sehe ich, wie viele Grenzen mich umgeben. Das fühlt sich so wohltuend an. Ja, ich brauche Grenzen, die mich halten, die mir immer wieder zu verstehen geben, ich bin geschützt, ich bin geborgen.

Wie ist es wenn wir uns geschützt und geborgen fühlen? Es ist wohltuend, es fühlt sich so kraftvoll an. Es kann sich ein geschützter Raum entwickeln.

Lange dachte ich, das brauche ich nicht, Grenzen engen mich ein, ich möchte frei sein von Begrenzungen. Mein Geist, meine Seele sollten sich total frei entwickeln können. Grenzen sind nichts für Herzensmenschen.

Aber wie es so schön ist im Leben, es bietet uns immer wieder neue Chancen,. Es legt uns Möglichkeiten vor die Füße, die uns erkennen lassen, dass es noch etwas anderes gibt. Ich konnte mit den Jahren erkennen, dass Grenzen etwas sehr liebevolles sind. Ich habe erfahren, wie es sich ohne Grenzen anfühlt und wie es sich mit Grenzen anfühlt. Was soll ich sagen, ich möchte nur noch mit Grenzen leben. Das ist für mich der liebevollste Weg.

Wir brauchen Grenzen

Wenn ich in die Natur blicke, entdecke ich überall Grenzen. Es beginnt schon in meinem Garten. Es gibt eine Grundstücksgrenze, mein Gemüsegarten ist begrenzt, meine Terrasse endet an der Wiese, die Blätter am Baum haben eine Grenze, unser Haus hat Mauern, jeder Raum im Haus wird von Wänden gehalten…

Mitten drin stehen wir mit unserem Körper und Energiefeld. Der Körper hat eine Grenze und unser Energiefeld auch. Der Körper endet mit der Haut und gleichsam sollte unser Energiefeld auch von einer zarten Haut gehalten werden.

Hier auf der Erde gibt es Grenzen, sie sind sehr wichtig, sonst würde Chaos herrschen.

Grenzen vermitteln uns Ordnung.

Grenzen schützen uns.

Grenzen geben Halt.

Grenzen geben uns Sicherheit.

Grenzen folgen einer heiligen Ordnung.

Grenzen gehören zu den göttlichen Gesetzen.

Aber nicht nur auf der Erde herrschen Gesetze. Ich glaube im gesamten Universum unterliegt alles einer göttlichen Ordnung, alles läuft nach einem geordneten Plan. Natürlich hat die Liebe keine Grenzen, sie ist unendlich, Gottes Liebe ist grenzenlos für uns da. Sie fließt unaufhörlich auf die Erde zu allen Lebewesen.

Doch wenn es keine Form gibt, die die Liebe auffängt, wird sie weiterfließen. Ich vergleiche das gerne mit einem Krug Wasser. Der Krug ist die Form, in das das Wasser gegossen wird, Hätten wir keinen Krug, würde das Wasser einfach den Abfluss abfließen. Wir hätten nichts zu trinken. Das Wasser ist zwar immer da, es läuft durch die Leitungen, doch wenn wir kein Gefäß haben, können wir das Wasser nicht nutzen. In diesem Beispiel ist der Krug die Grenze.

Oder unser Körper ist die Form mit einer Grenze, der unsere Seele hält. Unsere Seele fließt mit ihrer Liebe in unseren Körper, sie wird gehalten, wie in einem Krug. Unser Körper wird genährt von der Liebe unserer Seele. Sie braucht eine Form, um hier auf der Erde sichtbar zu werden. Hätten wir das Gefäß Körper nicht, könnte unsere Seele zwar hier sein, doch sie wäre unsichtbar. Der Körper bietet unserer Seele die Chance für Entfaltung.

Unser Energiefeld, das uns umgibt hält auch unsere Seele, sie darf sich in diesem unsichtbaren Feld ausdehnen. Hier kann ihre Strahlkraft noch mehr zum Ausdruck kommen. Ich sehe es gerne wie eine Sonne, die ihre Strahlen über den Körper hinaus in das Energiefeld strahlen lässt. Oft sagen wir ja auch: „Der oder Die hat eine tolle Ausstrahlung“

Wenn wir uns erlauben unsere Gefäße, mit klaren Grenzen zu umgeben, kann die Liebe, das Licht so wunderbar einfließen. Unsere Gefäße können sich füllen und wenn sie ganz voll sind, können sie überfließen. Sie fließen in unser Energiefeld, sie fließen in die Erde, sie fließen weiter zu unseren Projekten, zu anderen Menschen, zu Tieren, zu Pflanzen, überall dort hin, wo diese Liebe gebraucht wird. Ist das nicht wundervoll?

Die Grenzen halten den Strom der Liebe, es liegt an uns, ob wir bereit sind sie anzunehmen. Ob wir bereit sind liebevolle Grenzen zu setzen. Es sind keine starren, sturen, harte Grenzen. Es sind klare kraftvolle Grenzen, die uns halten. Diese Grenzen sind dynamisch, beweglich. Sie dehnen sich aus und ziehen sich zusammen, je nachdem was gerade angesagt ist.

Und das Schöne mit diesen liebevollen Grenzen kann ich mich grenzenlos frei fühlen.

Warum? Weil ich mich nur grenzenlos frei fühlen kann, wenn ich einen sicheren Raum habe. Wenn ich im Vertrauen bin. Ein Vogel kann nur fliegen, wenn er das aus seinem sicheren Nest heraus gelernt hat. Sonst stürzt er unweigerlich ab.

Wenn wir diese optimalen Startbedingungen erlebt haben, wird es für uns einfach sein Grenzen zu setzen und zu vertrauen, dass wir die Kraft und Stärke haben zu fliegen. Wenn wir keinen sicheren Raum erfahren konnten, wird es uns immer schwer fallen Grenzen zu setzen.

Wer gibt uns den sicheren Raum?

Zu Beginn unseres Erdenlebens unsere Eltern. Als Baby brauchen wir einen Raum, in dem wir uns wohl und geborgen fühlen. Wir brauchen einen geregelten Tagesablauf, damit wir wachsen können, damit sich unsere Seele langsam an den engen Körper gewöhnen kann. Unsere Seele möchte mit jedem Tag mehr von unserem Körper einnehmen. Sie möchte einfließen in das Gefäß Körper. Wenn ein sicherer Raum vorhanden ist, geschieht das in einem ganz natürlichen Rhythmus. Alles entfaltet sich in einer göttlichen Ordnung.

Wenn dieser sichere Raum nicht oder zu wenig vorhanden ist, wird die Liebe unserer Seele immer wieder stocken oder sie wird zerfließen, weil keine Grenzen da sind.

Wenn Eltern überfordert sind, wenn sie das ungewollte Baby als einen Unfall sehen, wird dieser sichere Raum schwer zu bilden sein. Die Grenzen fehlen.

Wir übernehmen als Eltern das Erbe unserer Eltern, das bedeutet, dieser fehlende sichere Raum zieht sich durch alle Generationen. Bis wir diese Kette unterbrechen, bis wir erfahren, wie wichtig der sichere Raum für unsere Seelenentfaltung ist.

Es braucht eine Mama, die ihre Arme für das Baby öffnet und einen Papa, der sich schützend dahinteir stellt. Beides annehmen, halten und schützen sind die Basis für ein vertrauensvolles Leben.

Wenn wir diese elementare Basis erlebt haben, kann sich unsere Seele vertrauensvoll in den Körper fließen lassen, sie wird liebevoll gehalten und beschützt.

Wenn wir diese elementare Basis nicht erlebt haben, werden wir immer viel Kraft aufwenden, um diese Basis zu erschaffen, es fühlt sich schwer und anstrengend an. Wir haben kein Gespür für Grenzen und lassen alle Türen offen. Alles und jeder kann ein- und ausgehen bei uns.

Natürlich gibt es auch immer wieder Beispiele, die aus ihrer eigenen Kraft ins Leben fliegen. Doch meistens ist diese Form sehr anstrengend und nicht unbedingt der liebevolle einfache Weg.

Nun könnten wir unseren Eltern die gesamte Schuld in die Schuhe schieben, o.k., dann ist es halt so, wir können ja nichts dafür. Wir haben diesen sicheren Raum nicht erlebt, also bleibt es so bis ans Lebensende. Wie schade, wenn wir uns dieser Opferrolle ergeben.

Es ist nie zu spät für den sichereren Raum

Wie wäre es, wenn wir erkennen, dass es nie zu spät ist. Es ist nie zu spät diesen liebevollen Halt zu erschaffen. Es ist nie zu spät den sicheren Raum zu erschaffen. Es ist nie zu spät Grenzen zu setzen. Jeden Augenblick kannst du beginnen.

Wenn wir erkannt haben, dass wir die Schöpfer unseres Lebens sind, gibt es keine Opfer mehr. Wir können aus dieser Opferrolle aussteigen. Wir können unser Leben in die Hand nehmen und beginnen eine liebevolle haltende Mama und ein liebevoller schützender Papa für uns zu sein. Wir können uns all das geben, was wir vielleicht so sehr vermisst haben. Es ist nie zu spät.

Unsere Seele hält alles für uns bereit, es ist bereits da, wir brauchen es nicht neu erfinden. Der sichere Raum schenkt uns die Erde und unsere Seele. Indem wir uns mehr und mehr dafür öffnen, werden unsere Grenzen sich bilden und mit der Zeit ganz stabil werden.

Innere und äußere Sicherheit gehen Hand in Hand

Als ich erkannt hatte, dass ich unbedingt Grenzen brauche, dass ich einen sicheren Raum benötige, um mich in meine Größe zu entfalten, war das wie ein Aufwachen. Es war ein riesiges Geschenk für mich. Es war ein AHA-Erlebnis. Ja, ich darf es mir erlauben Grenzen zu setzen. In meinem sicheren Raum konnte so viel auftauchen, was noch heilen wollte. In dem geschützten Raum konnten so viele Ängste, Schmerzen, Trauer und noch viel mehr heilen.

Es braucht einen inneren sicheren Raum und gleichzeitig auch einen äußeren Raum Hier in unserem Haus umgeben von der wundervollen Natur des Schwarzwaldes konnte schon so viel Heilung bei mir geschehen. So viele Anteile konnten heimkehren, weil sie spürten, jetzt ist Sicherheit da, jetzt werden wir gehalten, geliebt und sind beschützt.

In diese Stille tauche ich jeden Tag ein, erlaube mir meinen sicheren Raum mit seinen Grenzen immer wieder zu erneuern. Wenn es mal wieder offene Türen gibt, schließe ich sie. Erlaube mir nur die Menschen in mein Leben zu lassen, die mir gut tun, die mich unterstützten, die mich in noch mehr Liebe begleiten. Wenn ich es Mal vergesse erinnert mich das Leben selbst, es gibt mir immer wieder wunderbare Gelegenheiten zu unterscheiden, was liebevoll ist.

Mit meinen Erfahrungen möchte ich Menschen inspirieren, sie daran erinnern, wie wichtig es ist Grenzen zu setzen, wie liebevoll es ist einen sicheren Raum zu erschaffen. Wie kraftvoll es ist in die Liebe der Seele zu wachsen. Es gibt so wundervolle Übungen, die uns dabei unterstützten können.

Wenn du Unterstützung benötigst bist du herzlich zu einer Einzelsitzung eingeladen.

Herzliche Grüße

Marianne

 

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