Fünf Schritte zu mehr Mitgefühl

Heute möchte ich über das Mitgefühl schreiben.

Wie es zu diesem Thema kam?

In meinem Praxisraum auf dem Tisch steht eine kleine weiße Tonfigur – Quan Yin.

Quan Yin ist die Göttin des Mitgefühls.

Sie begleitet mich schon viele Jahre.

Ganz oft nehme ich sie einfach in meine Hände, immer wenn ich mich an das Mitgefühl erinnern möchte.

Besonders bei meinen Beratungen verbinde ich mich mit der Energie von Quan Yin. Sie unterstützt mich mit ihrem Mitgefühl.

Gerade, wenn mein Verstand eine bestimmte Richtung vorgeben will, ist Mitgefühl angesagt.

Gerade, wenn es sich holprig und eng anfühlt, ist Mitgefühl angesagt.

Gerade, wenn ich mich über etwas oder jemanden ärgere, ist Mitgefühl angesagt.

Mitgefühl für dich

Ja mit wem oder was sollte ich Mitgefühl haben? In erster Linie mit mir selbst. Mitgefühl, mit mir und meinem Dasein.

Es gibt Zeiten, wo sich alles nur noch schwer und hart anfühlt, bestimmt kennst du das! Wie heilsam ist es genau dann, wenn dir jemand die Hand gibt, dich fühlen lässt, du bist nicht alleine. Einfach nur da ist, ohne Worte.

Mitgefühl braucht keine großen Worte – es braucht deine Bereitschaft zu fühlen. Zu fühlen, wie es dir gerade geht.

So oft übergehen wir unsere Gefühle, wir müssen funktionieren und haben keine Zeit für das was in uns lebt.

Quan Yin und Merle

Ich habe aus eigener Erfahrung entdeckt, dass es bestimmt nicht einfach ist, sich immer dem zu stellen, was gerade ist. Der erste Schritt ist für mich der schwierigste.

Ich erinnere mich da an eine Begebenheit mit unserer Katze Merle. Sie war unsere erste Katze. Wir hatten sie 17 Jahre. Sie war sehr munter und fidel, bis sie von Tag zu Tag schwächer wurde.

Ich versuchte alles, damit sie wieder in ihre Kraft kommen sollte – Tierarzt, Homöopathie, Heilbehandlungen. Es wurde nicht besser. Sie wurde immer schwächer.

Eines Tages schaute sie mich an und ich konnte fühlen, sie wollte gehen. Ich wehrte mich noch eine Weile, ich wollte es nicht wahrhaben – ich wollte festhalten.

Da war Quan Yin zur Stelle, sie zeigte mir ihr Mitgefühl, sie zeigte mir mein Mitgefühl. Ich konnte die ängstlichen Anteile in mir wahrnehmen, ich konnte lernen ja zu sagen, ich konnte sehen, wie aus der Angst Freude wurde, ich konnte mein Mitgefühl an Merle weitergeben. Ich konnte Quan Yin ganz neu entdecken.

Merle wollte, dass ich ihr half zu gehen, sie schaffte es nicht alleine. Wir entschlossen uns sie einschlafen zu lassen. Es war für mich, für uns alle keine leichte Entscheidung, doch ich fühlte so viel Mitgefühl für Merle und wusste es ist genau das was sie sich wünscht.

Mitgefühl hat viele Gesichter, Mitgefühl möchte in alles hineinfließen. Wenn wir es uns erlauben, kann Heilung geschehen.

1. Wahrnehmen was ist

Der erste Schritt ist das wahrnehmen, was ist.

Kannst du wahrnehmen, wie sich dein Körper jetzt im Moment anfühlt?

Kannst du deinen Atem wahrnehmen, wie fühlt er sich an?

In welcher Stimmung befindest du dich im Moment?

Wenn du die erste Bestandsaufnahme gemacht hast, geht es weiter mit deinem Mitgefühl. Kannst du einfach damit sein, mit dem was sich zeigt?

Vielleicht kommt eine körperliche Verspannung oder Schmerz zum Vorschein.

Vielleicht zeigt sich Groll und Ärger.

Vielleicht taucht Unsicherheit und Angst auf.

Alles darf sich zeigen, alles hat seine Berechtigung. Wir haben so viele Anteile in uns, die wir immer wieder wegschicken oder gegen sie kämpfen.

Wir möchten sie nicht hören, nicht sehen, nicht fühlen. Was auch total verständlich ist, wir möchten lieber nur die Freude, den Spass, die Gesundheit in unser Leben lassen. Doch wir kommen nicht drumherum, alles sind Gefühle und alle brauchen unser Mitgefühl.

2. Dein Ja

Der zweite Schritt ist dein Ja, zu dem was sich zeigt.

Ja, es sind deine Gefühle, es sind deine Ängste, dein Groll, dein Ärger, deine Schmerzen, deine Verletzlichkeit.

Es wäre viel einfacher, das ganze einfach nicht zu fühlen, es wäre einfacher jemanden anderem die Schuld in die Schuhe zu schieben.

Egal wer es verursacht hat, kannst du zu dem Gefühl was auftaucht Ja sagen?

3. Verwandlung geschieht

Der dritte Schritt ist die Verwandlung. Alles was zum Vorschein kommt wird sich verwandeln mit deinem Mitgefühl.

Es ist wie ein wunderbarer Zauber, der von dem Mitgefühl ausgeht.

Im Mitgefühl ist so viel Liebe enthalten, diese Liebe durchflutet die harten, die ängstlichen, die schmerzhaften, die lieblosen, die ärgerlichen Stellen in dir.

Wenn Mitgefühl fließt, wird alles weich und Heilung kann geschehen.

4. Mitgefühl schenken und annehmen

Es gibt Situationen, wo sich so viel Härte, Schmerz, Trauer, Angst und Wut aufgebaut hat, da braucht es Unterstützung.

Manchmal erkennen wir diese Schattenanteile nicht mehr. Da ist so viel Dunkelheit, da braucht es jemanden, der uns an der Hand nimmt und uns sachte und mit ganz viel Mitgefühl zu unseren Schatten führt. Der uns hilft das Licht in uns anzuknipsen.

Das Schöne, wenn wir mit unserem Licht in die Schatten leuchten, erkennen wir die Schönheit, erkennen wir, was alles in dem Schatten verborgen ist.

Es ist unsere Stärke, unsere Kraft, unsere Liebe, unsere Weisheit, unsere Geduld, unsere Freude, unsere Begeisterung, einfach alles was wir für ein Leben benötigen.

Es berührt mich immer wieder zutiefst, wenn in meinen Beratungen die Menschen mit ihrem Mitgefühl in Berührung kommen.

Bin ich bereit, mein Mitgefühl für mich fließen zu lassen, kann ich es auch weitergeben. Alles hat den Anfang in mir. Alles beginnt mit der Erlaubnis.

Erlaube dir mitfühlend zu sein – du bist es wert!

5. Entdecke deine Quan Yin

Auch du kannst die Göttin des Mitgefühlt für dich entdecken – deine Quan Yin. Lade sie ein, sie möchte dich in allen Belangen unterstützen. Egal was es ist, sie möchte dich zu mehr Mitgefühl einladen.

Quan Yin hat so viel Mitgefühl, es reicht für uns alle, für die gesamte Erde –  das gesamte Universum.

Du spürst es zuerst in deinem Herzen, Mitgefühl erwärmt dein Herz, lässt die Freude fließen. Lasse dich davon berühren, lasse alle deine Schattenanteile davon berühren, lasse dich beschenken.

Du bist eingeladen…

Gerne kannst du in einem Kommentar mitteilen, was das Thema Mitgefühl bei dir auslöst.

Alles Liebe!

Marianne

 

2 Kommentare

  1. Liebe Marianne,
    ich las gerade deine berührenden Zeilen zum Thema Mitgefühl und kann nur bestätigen, dass das Wahrnehmen und das Zulassen von unseren unangenehmen Gefühlen oder auch Schattenseiten dazu führt, dass wir uns selbst besser verstehen und letztendlich auch milder mit uns umgehen, denn es sind ja gerade die Eigenschaften und Gefühle, die uns oft unglücklich machen. Im Anschauen und Annehmen dieser dunklen Seiten in uns selbst wächst dann auch das Verständnis und die Akzeptanz gegenüber unseren Mitmenschen, Ablehnung und negative Bewertung können so auch verwandelt werden.
    Mitgefühl für mich selbst erfüllt mich mit so viel Wärme und Wohlbefinden, dass ich diese Gefühle auch mit anderen Menschen teilen möchte.
    Ich danke dir für dein MitTEILEN
    Liebe Grüße aus Nack

    • Marianne Hauser

      Liebe Doris,

      ich freue mich von dir zu lesen. Ja, genau so ist es, wie du schreibst, wenn wir uns Mitgefühl schenken, dann geben wir es gerne auch weiter.

      Liebe Grüße an dich!
      Marianne

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