Entscheide dich für deine Bestimmung

Als ich heute Morgen mit meinem Blogbeitrag beginnen wollte sah ich vor unserem Fenster einen Star, der unbedingt in den Nistkasten rein wollte. Er war ganz aufgeregt, weil das nicht klappte, das Loch war einfach zu eng. Der Nistkasten ist für kleinere Vögel, wie Spatzen oder Meisen.

Diese kleine Begebenheit erinnerte mich an meine Bestimmung. Ja jetzt wirst du fragen, was hat das mit Bestimmung zu tun?

Für mich eine ganze Menge. Es zeigte mir, dass es Gesetzmäßgkeiten gibt. Es gibt ganz natürliche Vorgaben, um die wir nicht herumkommen. Der Star musste erkennen, dass er einfach nicht durch dieses enge Loch durch kam.. Dass dieser Nistkasten nicht für ihn geeignet ist.

Klar er hätte versuchen können sich durch das enge Loch zu quetschen. Die Folge wäre gewesen, er wäre höchstwahrscheinlich stecken geblieben und hätte sich verletzt. Der Star folgte seinem natürlichem Instinkt und flog weiter.

Wie ähnlich geht es uns? Erkennen wir, wenn etwas nicht passt, folgen wir unserer inneren Stimme? Oder versuchen wir mit aller Macht etwas zu vollbringen, wo wir genau spüren, das ist zu eng oder auch viel zu weit. Oft erkennen wir nicht gleich was passend für uns ist. Oder wir spüren zu spät, dass es nicht passt.

Warum ist das so? Warum folgen wir nicht unserer ganz natürlichen inneren Wahrnehmung?

Was ist Bestimmung?

Bestimmung möchte sich ganz natürlich entfalten, der Fluss der Bestimmung möchte lebendig fließen. Er möchte Kurven machen, möchte mal schnell mal langsam fließen. Er möchte freudig vor sich hin sprudeln, möchte seine natürliche Wildheit zeigen.

Vor kurzem war ich wieder Mal am Wasserfall von Schaffhausen in der Schweiz. Welche Naturgewalten sich aus einem ruhigen Fluss entwickeln. Das ist so faszinierend. Das brausende tosende Wasser zeigt die natürliche Lebendigkeit. Wie schade wäre es, wenn diese Naturschönheit bearbeitet würde. Wir würden in die Bestimmung des Flusses eingreifen. Und gleichzeitig seine kraftvolle Energie bremsen.

Bestimmung ist eine natürliche Kraft, die wir mitgebracht haben. Diese Kraft schlummert in uns. Wie ein Same, der alles beinhaltet, was uns zu dem wachsen lässt, was wir wirklich sind. Zu einer wunderbaren strahlenden Blüte, die sich gerne zeigt, die ihre Schönheit teilt.

Bestimmung ist keine einmalige Sache, die einmal gefunden wird und basta. Wie oft höre ich, ich suche meine Bestimmung, kann sie nicht finden. Bestimmung ist kein Gegenstand, der irgendwo liegt, den wir suchen müssen. Bestimmung ist nicht im Außen zu finden. Sie ruht in uns, wie der Same in der Erde ruht.

Bestimmung entfaltet sich ein ganzes Leben lang. Es ist nie fertig. So wie das Leben fließend ist, so fließt auch unsere Bestimmung permanent in unser Leben. Bestimmung möchte in alle Bereiche unseres Lebens fließen.

erkenne

Erkenne die zwei Flüsse der Bestimmung

Der erste Fluss

Ich sehe die Bestimmung gerne als zwei Flüsse. Der eine Fluss ist der natürliche Flusslauf. Er entspringt aus der Quelle und kann sich ganz natürlich entfalten.

Wenn wir die Chance hatten uns ganz natürlich zu entfalten, konnte sich unsere Bestimmung mehr und mehr zeigen. Es konnte ein tiefes inneres Wissen zum Vorschein kommen. Wir wurden schon als Kind, so angenommen, wie wir waren. Wir wurden erkannt, wir wurden gesehen mit dem was wir wirklich sind..

Wenn wir unsere Bestimmung leben, zeigt sich eine Freude und Begeisterung an dem was wir tun. Es ist wie eine Einladung dem Leben zu dienen. Eine Aufforderung, das zu tun, was uns begeistert, was uns inspiriert. Ein großes JA zu uns und unseren Lebensbedingungen.

Erst wenn wir das JETZT bejahen können, kann sich die Bestimmung offenbaren. Wie oft möchten wir genau da weg, wo wir uns aufhalten. Wir suchen nach Etwas, was uns glücklich macht. Was uns erlöst. Aber genau da wo du gerade bist, ist auch deine Bestimmung. Sie schlummert in dir. Sie möchte von dir erweckt werden. Jeder Mensch hat seine bestimmte Menge an Bestimmung mitbekommen.

Die Tür zur Bestimmung geht nach innen auf. Wir passen genau durch diese Tür, sie ist wie maßgeschneidert für uns und unsere Bedürfnisse. So wie beim Star, wenn wir warten bis wir die richtige Tür gefunden haben, fühlen wir das in uns. Unser Herz beginnt zu singen, wir fühlen die Nähe unserer Seele, wir erkennen den Weg unserer Bestimmung.

Erst dann beginnen wir im Außen mit der Umsetzung, erst dann teilen wir unsere Bestimmung. Es ist ein Akt der Liebe und Weisheit, wenn unsere Bestimmung in die Landschaft unseres Lebens fließt. Ein ganz natürlicher Vorgang, so klar und rein, dass wir nicht zaudern. Wir lassen unseren Fluss der Bestimmung mit einer Kraft und Energie in alle Projekte strömen. Nichts hält uns auf.

Der zweite Fluss

Der zweite Fluss entspringt auch aus der Quelle, er wird bearbeitet, er wird begradigt, in ein Betonbett gelegt. Seine Natürlichkeit geht verloren.

Die meisten von uns hatten leider nicht die Möglichkeit der natürlichen Entfaltung. Wir konnten unsere Bestimmung nicht von Anbeginn in unser Leben fließen lassen. Wir wurden die ersten Lebenstage schon in eine Schablone gepresst, konnten uns nicht zu dem entfalten, was wir wirklich sind.

Wir lernten, dass wir uns unterordnen müssen, dass wir alles vergessen, was in unserem Samen ruht. Wir erfuhren, dass wir funktionieren sollen, so sein wie alle anderen. Wir Mädchen mussten brav und ruhig sein, den Jungs wurde ihre kämpferische Art in kriegerische Bahnen gelenkt. Alles wider der Natur. All das hat nichts mit Bestimmung zu tun.

Über die Jahrzehnte wurde vergessen, was Bestimmung bedeutet.

Dieser zweite Fluss hört sich jetzt bestimmt sehr dunkel, starr und negativ an. Doch wenn wir ehrlich sind, ist es nicht so, wenn wir das Große ganze betrachten, wenn wir hinschauen, was auf der Erde los ist?

Aber wie bei Allem hat es seinen Sinn und seine Berechtigung. Erkennen wir nicht gerade deswegen unsere Bestimmung durch diese andere Seite, durch die Dunkelheit, durch die Härte, durch die Starre, durch die Ungerechtigkeit, durch die Dumpfheit, durch die Ängste, durch den Hass, durch den Kampf…?

Wir erkennen, was wir nicht mehr möchten, wir sehnen uns nach etwas, was uns ein Lächeln aufs Gesicht zaubert – was uns erfüllt. Ein inneres Ausgefülltsein, eine Liebe, die uns so liebt, wie wir sind. Eine Zufriedenheit, die wir in alle Bereiche mitnehmen können. Eine Dankbarkeit für unser Dasein.

entscheide

Entscheide dich…

Wenn wir die beiden Flüsse bewusst wahrnehmen, können wir uns entscheiden. Möchten wir länger in dem betonierten Flussbett fließen oder doch lieber in dem ganz natürlichen lebendigen Fluss mit fließen?

Es liegt an uns. Als kleines Kind hatten wir noch nicht diese Möglichkeit der Entscheidung, wir wurden in eine Welt des Funktionierens hineingeboren. Doch wenn wir die beiden Flüsse erkennen, liegt es an uns für was wir uns entscheiden.

Ich möchte hier niemanden verurteilen, besonders nicht unsere Eltern. Auch ich habe Kinder und habe sie bestimmt nicht immer optimal gefördert, damit sie ihre Bestimmung leben konnten. Aber ich habe sie meinem Entwicklungsstand gemäß wachsen lassen mit der Liebe, die im Moment zur Verfügung stand.

Wir können immer nur das geben, was wir erhalten haben und das was gerade da ist, nicht mehr und nicht weniger. So haben auch unsere Eltern, unsere Vorfahren immer das Beste gegeben, immer so viel, wie sie konnten.

Es fehlen immer noch Vorbilder, die uns zeigen, was Bestimmung bedeutet, wie Bestimmung gelebt wird. Bestimmung ist nicht immer nur schön und leicht. Wenn wir den Weg der Bestimmung betreten, kann eine Menge an Gegenwind auftauchen.

Wir erlauben uns aus der Schablone zu treten. Das wirkt auf unser Umfeld oft sehr befremdend. Ja es ist fremd, wir sind es nicht gewohnt. Wir verändern uns und unsere Betrachtungsweise, wir beginnen uns wertzuschätzen, wir erkennen die Liebe in uns. Wir erlauben unserer Seele das Ruder zu übernehmen.

Gleichzeitig mit unserer Bestimmung kommt deine Kraft, deine Durchsetzung, dein Wille mehr und mehr zum Vorschein. Du spürst genau, was du wirklich brauchst, du lernst Nein zu sagen, wenn es sich nicht stimmig anfühlt. Du gibst dir ein Ja´, wenn du in den Fluss der Bestimmung eintauchst.

Am Anfang braucht es einige Regeln, damit du dran bleibst. Damit du nicht gleich bei der kleinsten Welle aufgibst. Klar scheint im betonierten Flussbett alles leichter, aber eben nur scheinbar. Es fehlt die Begeisterung, das Wilde, das Freudige. Immer nur gradlinig und vorgegeben ist mit der Zeit total langweilig.

Ich glaube wir sind alle noch am Anfang unserer Bestimmung, wir beginnen mehr und mehr die alten dunklen und starren Strukturen zu erkennen, das ist die beste Voraussetzung um unsere wahre Bestimmung zu entdecken und sie voller Freude zu leben.

Je mehr Menschen ihre Bestimmung leben, umso kraftvoller entsteht ein Feld der Liebe, des Vertrauens, der Hingabe und des Mitgefühls. Wir können jeden so lassen, wie er ist. Wir können ihn erkennen, ihn wertschätzen.

Meine Botschaft an dich: „Lebe deine Bestimmung, zeig dich, lasse dein Licht leuchten, sei ein Vorbild. Die Welt braucht genau dich!“

Herzliche Grüße

Marianne

 

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3 Kommentare

  1. Renate Vogel

    Liebe Marianne, es ist ein wunderbarer Vergleich, den du da aufführst mit den beiden Flüssen, und ein sehr durchdachter und wahrer Textinhalt. Dieses Erkennen dessen, was die eigene Bestimmung ist, scheint mir oft nicht leicht, weil man ganz nebenbei auch seine wirtschaftliche Situation stabil halten muss. So frage ich mich oft, ob das, was ich gerade berufliche tue, wirklich meine Bestimmung ist?
    Natürlich lieben mich die Kinder, und sie haben in mir eine vertrauensvolle Person, die ihnen die verlässliche, stabile Bindung und Beziehung gibt, die sie in diesem Alter zw. 3Mon.-3 Jahren so dringend brauchen, während sie von den Eltern getrennt sind. Aber könnte ich nicht zu jeder Zeit an jedem anderen Ort mit einer anderer Aufgabe auch „meine Bestimmung“ leben?
    Jeden so lassen wie er ist, schreibst du!
    Gilt das auch, wenn wir soviel Unvermögen sehen? Schau dich in der Welt um, das eigenen Umfeld genügt eigentlich schon….
    Das wirft sehr viel Fragen auf!

    Ich würde gerne den Teil deines blogs, in dem du die Familie beschreibst, in eine Ansprache zu meinem 60. Geburtstag aufnehmen. Darf ich das?

    Herzlichen Dank
    Ich werde die 2 Flüsse bestimmt noch mehrmals lesen.
    Von Herzen alles Gute!
    Deine Renate

    • Marianne Hauser

      Liebe Renate,

      erst mal herzlichen Dank für deine Zeilen.

      Da sprichst du einiges an mit der Bestimmung. Klar könntest du deine Bestimmung auch an einem anderen Platz leben. Bestimmung ist ja nicht nur an einen Ort gebunden. Wir suchen uns den Ort aus, wo wir unsere Bestimmung einbringen können. Da wo du bist, gibst du eine Menge an Liebe an die kleinen Wesen weiter. Das ist eine wundervolle Aufgabe, die du leistest. Ich glaube, wenn wir da ankommen, wo wir uns gerade aufhalten und unsere Bestimmung rein fließen lassen, kann sie sich auch mehr und mehr offenbahren.

      Ja es ist nicht einfach, die Menschen so sein zu lassen, besonders im nahen Umfeld. Letztendlich kostet es nur Kraft, wenn wir andere verändern wollen. Ich beginne bei mir, damit habe ich schon genügend zu tun.

      Klar kannst du Sätze für deine Ansprache verwenden.

      Nun wünsche ich dir eine liebevolle Woche!

      Eine herzliche Umarmung sendet dir
      Marianne

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