Älter werden – Nein danke – Video

Wir alle werden älter, da führt kein Weg vorbei. Die Frage ist, wie werden wir älter und können wir die Geschenke und auch die Herausforderungen darin erkennen?

Kann älter werden nur noch belastend und herausfordernd sein oder gibt es auch einen anderen Weg damit umzugehen?

In meinem Blogbeitrag teile ich in einem Video, wie ich das Älter werden erlebe und was mir hilft, dass es sich angenehm und nicht zu herausfordernd gestaltet.

Wir gehen durch verschiedene Abschnitte

Wir gehen im Laufe des Lebens durch verschiedene Abschnitte, man könnte es auch Lebensabschnitte nennen. Wenn wir in diesem Abschnitt des Älterwerdens angekommen sind, so wie jetzt bei mir persönlich, da liegt schon ganz ganz viel hinter mir an Vergangenheit und vor mir nicht mehr so viel.

Schauen wir unser Leben insgesamt an, wie einen Weg, dann habe ich nicht mehr so viel Weg hier auf der Erde vor mir, wie hinter mir. Egal, ob ich jetzt noch zehn Jahre hier auf der Erde bin oder vielleicht auch 20 Jahre oder vielleicht sogar 30 Jahre. Hinter mir liegt auf jeden Fall schon viel viel mehr an Strecke, die ich zurückgelegt habe.

Ich bin voller Dankbarkeit, dass ich überhaupt hier sitzen kann und so alt geworden bin, wie ich jetzt bin.

Es gab viele Hürden, die ich übersprungen habe und auch viel Schönes. Wenn wir einen Rückblick machen, finde ich es immer ganz wertvoll zu erkennen, wie gefüllt dieser Weg war und wo stehe ich jetzt. Da ich mich beruflich auch mit Trauma beschäftige, ich bin Coach für Traumaheilung, bleibt es nicht aus, dass bei mir auch immer wieder Trauma zum Vorschein kommt.

Es ist total interessant zu beobachten, je älter ich werde, umso mehr komme ich auch in traumatische Erlebnisse, Erfahrungen hinein, die noch ganz weit zurückliegen. Es könnte auch sein, dass es daran liegt, dass ich schon viele Jahre an diesen Themen bin. Manchmal, ja, da geht es mir so, dass ich sage, danke, es reicht.

Also ich verstehe, wenn ältere Menschen wirklich auch mal Stopp sagen oder sagen, nein, dazu habe ich jetzt keine Lust mehr. Ich möchte mich die letzten Jahre mit anderem beschäftigen, mich mit leichteren Themen beschäftigen, genießen und mich keinen Herausforderungen mehr stellen.

Das verstehe ich total und diese Phasen habe ich zwischendurch auch, dass ich denke, oh ne, kein Bock mehr. Doch, wenn ich wieder an ein Trauma gekommen bin, aus der ganz frühen Kindheit zum Beispiel, dann merke ich, wie gut mir das auch tut, das zu lösen, wie das auch meinem Körper hilft, ihm hilft, alte Erfahrungen loszulassen. Schmerz von damals darf sich lösen.

Schmerz aus der Vergangenheit

Taucht Schmerz auf, denken wir, ah, wo kommt denn das jetzt gerade her? Was habe ich falsch gemacht? Was sollte ich noch verändern? Wenn wir dann erkennen, dass dieser Schmerz ein uralter Schmerz ist, der irgendwann ganz früh in unserem Leben entstanden ist, dann wird es auf jeden Fall schon mal einfacher. Wir erkennen, ach, mein Körper zeigt mir jetzt diesen Schmerz, den er damals erlebt hat, dann können wir erstmal damit sein, diesem kleinen Baby von damals helfen, dass all das, was es erlebt hat, erstmal wahrgenommen wird und auch heilen darf. Das berührt mich immer zutiefst, ob das bei mir selbst ist oder auch in meinen Sitzungen, dass dieses Jetzt, die Gegenwart oft gar nicht das hält, was es uns zeigt, sondern es ist oft die Vergangenheit, die vergangenen Erfahrungen, die aufkommen, die sich zeigen möchten.

Natürlich gehört dazu auch, sich unterstützen zu lassen. Wir müssen nicht alles alleine tragen und bewältigen und es ist immer wieder so schön zu erkennen, wenn wir uns Hilfe einladen, dann wird alles viel einfacher.

Im Alter entsteht mehr Ruhe. Diese Hetze des Alltags war früher, es waren Zeiten des Berufs, es waren Zeiten der Kindererziehung und oft alles parallel, musste so viel funktionieren, so viele Termine mussten koordiniert werden, der Tag hatte oft zu wenige Stunden. Alles hat seine Zeit, es war eine schöne Zeit, aber mit dem Älterwerden merken wir, wir brauchen viel mehr Ruhe und auch diese Ruhe, um all dieses Alte nochmal gut absinken zu lassen, verdauen können und es braucht mehr Einkehr, also das heißt, wir gehen viel mehr nach innen, nicht mehr so nach außen, viel mehr Rückzug, viel mehr genießen dürfen und auch spüren dürfen, was will ich wirklich? Was ist wirklich meins?

Wir sind nicht mehr so abgelenkt vom Außen und dadurch kann auch Weisheit entstehen, nicht nur auf dem Kopf, die weißen Haare, sondern es kann eine innere Weisheit entstehen, was wir im Laufe des Lebens aufgesammelt haben, darf sich jetzt liebevoll ausbreiten und wir können dadurch auch andere unterstützen – für andere da sein.

Zusammenfassung:

  1. Ältere Menschen haben viel Erfahrung und können viel bewirken.
  2. In der Gesellschaft werden sie oft unterschätzt und ausgegrenzt.
  3. Ihre Weisheit und Ruhe könnten jüngeren Menschen helfen.
  4. Älterwerden bringt schöne, aber auch schwierige Seiten mit sich.
  5. Der Körper zeigt im Alter frühere Belastungen und Versäumnisse.
  6. Mit mehr Zeit können alte Erfahrungen verarbeitet und geheilt werden.
  7. Heilung bedeutet auch, Herausforderungen anzunehmen und daran zu wachsen.
  8. Unterstützung durch Familie, Freunde und Arbeit ist sehr wichtig.
  9. Es ist wichtig, auf eigene Bedürfnisse und Wünsche zu achten.
  10. Jeder Mensch hat bis zum Lebensende etwas Wertvolles zu geben.

Herzliche Grüße

Marianne

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